Warum Sport (allein) nicht schlank macht

Wer regelmäßig joggt, Rad fährt oder schwimmt, verbraucht mehr Kalorien. Für übergewichtige Menschen soll Ausdauersport eine gute Möglichkeit sein, Gewicht zu verlieren. Die Praxis zeigt jedoch, dass dies meist nicht funktioniert. Amerikanische Forscher untersuchten die Ursachen in einer randomisierten Studie.

171 untrainierte Erwachsene mit einem durchschnittlichen Body-Mass-Index von 31,5 nahmen an der E-Mechanic-Studie (Vergleich von Energie, Energieaufnahme und Bewegung mit dem Körpergewicht) teil. Während der Studie wurden sie per Los in drei Gruppen eingeteilt.

Ein Drittel sollte drei- bis viermal pro Woche für 90 Minuten ein intensives Ausdauertraining absolvieren. Der zusätzliche Energieverbrauch sollte 8 kcal pro kg Körpergewicht betragen. Die zweite Gruppe meldete sich für ein intensives Aerobic-Training mit vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche à 50-70 Minuten an, was einer zusätzlichen Energieaufnahme von 20 kcal pro kg Körpergewicht entspricht. Die dritte Kontrollgruppe sollte die körperliche Aktivität nicht steigern.

Forscher des Pennington Center for Biomedical Research in Baton Rouge, Louisiana, begleiteten die Teilnehmer sechs Monate lang. Während dieser Zeit wurden genaue Untersuchungen der Energieaufnahme und des Grundumsatzes (Double-Labeled-Water-Methode und indirekte Kalorimetrie) durchgeführt. Die Teilnehmer trugen Beschleunigungsmesser, um ihre täglichen Aktivitäten zu messen, und sie gaben auf Fragebögen Informationen über ihren Appetit und ihre „kompensierenden“ Gesundheitsüberzeugungen an.

Ein weit verbreiteter „kompensatorischer“ Glaube ist, dass Menschen, die regelmäßig Sport treiben, beim Essen „sündigen“ dürfen. Dann dient Bewegung als Vorwand, um zuckerhaltiges oder Fast Food zu essen. Diese Ansichten waren unter den Teilnehmern weit verbreitet.

76 Prozent der Teilnehmer in der Gruppe mit niedriger Dosis und 90 Prozent in der Gruppe mit hoher Dosis dachten, sie könnten sich nach dem Training ein oder zwei kulinarische Eskapaden gönnen. Die Teilnehmer berichteten auch von einem gesteigerten Appetit, der durch den Sport hervorgerufen wurde, was sicherlich zur Bildung von „kompensatorischen“ Überzeugungen beitrug. Dadurch erhöhte sich die tägliche Kalorienaufnahme in der Niedrigdosisgruppe um 90,7 kcal und in der Hochdosisgruppe um 123,6 kcal (während die Energieaufnahme in der Kontrollgruppe weitgehend konstant blieb).

Am Ende konnten die meisten Teilnehmer nicht signifikant abnehmen, einige nahmen sogar zu. Laut den Studienleitern Corby Martin und Tim Church brauchen Menschen, die durch Sport abnehmen wollen, nicht nur einen persönlichen Sporttrainer, sondern auch einen Ernährungsberater.

Denn ohne eine ausgewogene Ernährung sind die Chancen, durch Sport abzunehmen, gering. Wer abnehmen möchte, kommt um eine begleitende Diät kaum herum. Einem anderen Studienergebnis zufolge kann Bewegung eine günstige Ergänzung zur Kalorieneinschränkung sein. Der Grundumsatz der Teilnehmer blieb während der gesamten Studie konstant.

Eine häufige Abfolge restriktiver Diäten kann möglicherweise durch Bewegung vermieden werden: Der Körper schützt das im Adipostat eingestellte Gewicht und reagiert auf eine Verringerung der Kalorienzufuhr mit einer Senkung des Grundumsatzes. Eine Diät ist also ermüdend und ermüdend, und das kann eine Diät schwer machen. Wenn begleitende Bewegung dies verhindert, wird es übergewichtigen Menschen leichter fallen, ein niedriges Gewicht langfristig zu halten. Diese Hypothese muss im Laufe der Studie jedoch noch bestätigt werden.

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